Stellenbeschreibung
Die Entscheidungsträger bei der Beratung
Über das Wettbewerbsergebnis
Anlass und Zweck des Wettbewerbs
- Die Gemeinde Leingarten beabsichtigen den Neubau eines Feuerwehrhauses mit
- 7 Einstellplätzen und einer Waschhalle am südlichen Ortsrand von Leingarten, an
- der L 1105.
- Mit dem Verfahren eines Planungswettbewerbs soll auf der Grundlage der Vorentwürfe
- die beste architektonische, funktionale, wirtschaftliche und städtebauliche
- Lösung für die zu planende und zu realisierende Hochbaumaßnahme gefunden
- werden, die den gewachsenen Aufgaben der Feuerwehr in Qualität und Leistungsfähigkeit
- gerecht wird, die gestiegenen funktionalen Anforderungen an das neue
- Gebäude erfüllt und die spezifischen betrieblichen und verkehrstechnischen Abläufen
- berücksichtigt.
- Zudem soll an der Ortsrandlage ein sensibler Übergang zur freien Landschaft geschaffen
- werden mit einer angemessenen Einbindung in die bestehende Topografie.
Auslober
- Gemeinde Leingarten
- vertreten durch Herrn Bürgermeister Ralf Steinbrenner
- Koordination:
Bürgermeisteramt Leingarten
Heilbronner Str. 38, 74211 Leingarten
Wettbewerbsbetreuer
- ARCHITEKTUR 109
- Mark Arnold + Arne Fentzloff PartGmbB, Freie Architekten BDA Freie Architekten BDA
- Hohnerstraße 23, 70469 Stuttgart
Wettbewerbsverfahren
- Der Wettbewerb ist als einphasiger Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem
- Bewerbungs- und Auswahlverfahren nach VgV in Form eines nicht offenen Wettbewerbs
- mit 15 Teilnehmern ausgelobt und zielt auf den Erhalt einer Vielfalt von
- Lösungsvorschlägen.
- Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren wird die Ausloberin mit den
- Preisträgern ein Verhandlungsverfahren nach VgV über die Auftragsvergabe durchführen.
- Insgesamt wurden 10 Arbeiten mit einer durchweg hohen Qualität eingereicht.
Wettbewerbsvorsitzender
Herr Dipl. Ing. Sebastian Haffner, Architekt, Stuttgart
Folgende Preisträger wurden ermittelt
2. Preis 1125
Frank Heinz Architekt, Waldkirch
2. Preis 1121
Wittfoht Architekten BDA, Stuttgart
Anerkennung 1127
Hippmann Architekten BDA, Stuttgart
Anerkennung 1128
Harris + Kurrle Architekten BDA partnerschaft mbb, Stuttgart
Ausstellung
- Entwurf 1125
- Modell 1125
- Schriftliche Jury-Beurteilung 2. Preis 1125
- Die Verfasser überraschen mit einem radikalen Konzept. Die Topographie des Grundstücks
- nutzend wird das Baukörpervolumen in den Hangverlauf eingeschoben. Der
- Neubau formuliert damit nur zwei Fassaden: die begehbare Dachfassade, eine große
- Landschaftsterrasse, sowie die Gebäudefassade nach Norden der Gemeinde hin zugewandt.
- Die mit dem Konzept verbundene Haltung nicht ein solitäres, freistehendes
- Feuerwehrgebäude zu entwickeln, sondern aus der Landschaft und ihrer Topographie
- heraus einen Entwurf abzuleiten, wird begrüßt und stellt eine eigenständige Antwort
- auf die gestellte Bauaufgabe dar.
- Ergänzend zur horizontalen Erscheinung schlagen die Verfasser einen in der Landschaft
- frei stehenden vertikalen Turm vor. Er markiert selbstverständlich im Landschaftsraum
- den nord-westlichen Abschluss des Geländes.
- Die Zufahrt von der Landesstraße L1105 sollte ihrer Führung optimiert werden. Die
- Trennung von Alarmzufahrt und Alarmausfahrt ist gelöst.
- Gliederndes Element des Entwurfes stellt ein Atrium dar, das die Funktionsbereiche Fahrzeughalle
- von den Bereichen Einsatz und Übungsabwicklung, Ausbildung, Aufenthalt
- und Verwaltung trennt. Dieses räumlich sehr interessante Angebot führt jedoch zu sehr
- problematischen Funktionsabläufen. Die Wege über das Atrium in die Umkleiden und
- von dort in die Fahrzeughalle sind entschieden zu lang. Die Einsatzzentrale und der
- Lagebesprechungsraum sind falsch platziert und müssten an die Halle angebunden
- werden. Dies wäre zwingend in einer Überarbeitung nachzuweisen. Zudem muss die
- Werkstatt der Fahrzeughalle angegliedert bzw. angefügt werden. Die im Obergeschoss
- situierten Schulungs- und Aufenthaltsbereiche sind gut gelöst.
- Während der Entwurf eine interessante Auseinandersetzung mit der Landschaft zeigt,
- bleibt die Gestaltung der Parkierungsflächen schematisch. Hier wünscht sich das Preisgericht
- eine sensiblere und dem Landschaftsraum angemessenere Lösung.
- Die vorgeschlagene Materialität der konstruktiven Bauteile und der Fassaden ist
- nachvollziehbar.
- Eine wirtschaftliche Realisierung ist gegeben, insbesondere, da die Arbeit, die aus der
- Bewältigung der anspruchsvollen Topographie notwendigen Wand- und Abfangkonstruktionen
- zu einem entwurfsprägenden Ansatz macht. Der Neubau selbst fängt den
- Hangverlauf ab.
- Das energetische Konzept folgt dem architektonischen und schlägt zur Raumkonditionierung
- die Nutzung der Wände gegen Erdreich als Wärmereservoir vor. Durch die
- Ausrichtung des Gebäudevolumens kann auf zusätzlichen Sonnenschutz verzichtet
- werden. Damit können auch der Betrieb und die Unterhaltskosten wirtschaftlich erwartet
- werden.
- Dem Verfasser gelingt es mit einem überraschenden Konzept auf Ort und Aufgabe
- eigenständig und identitätsstiftend zu antworten. Die Gebäudestruktur kann und muss
- jedoch auf die Mängel in den Funktionsabläufen reagieren.
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