Die Tarifrunde öffentlicher Dienst 2025 hat zu einer deutlichen Gehaltserhöhung für rund 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst geführt. Mit einer durchschnittlichen Steigerung von 5,5 Prozent erhalten kommunale Angestellte ab 2026 spürbar mehr Geld. Diese Tarifeinigung wirkt sich direkt auf alle Bereiche aus – von der Stadtverwaltung bis hin zu Stadtwerken und kommunalen Betrieben.
- Tarifrunde 2025: Überblick und Verhandlungsergebnisse
- Gehaltserhöhung 2026: Konkrete Beträge und Stufen
- TVöD-Tabelle 2026: Neue Entgelttabellen im Detail
- Auswirkungen für kommunale Beschäftigte
- Vergleich der Tarifabschlüsse in den Bundesländern
- Karrierechancen im öffentlichen Dienst 2026
- Häufige Fragen zur Tarifrunde 2025
- Fazit und Ausblick
Tarifrunde 2025: Überblick und Verhandlungsergebnisse
Verhandlungsführung und Tarifparteien
Die Tarifrunde öffentlicher Dienst 2025 wurde zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und den Gewerkschaften ver.di sowie dbb beamtenbund und tarifunion geführt. Die monatelangen Verhandlungen begannen bereits im Februar 2025 und fanden ihren Abschluss im Mai 2025. Besonders die hohe Inflation der vergangenen Jahre und der akute Fachkräftemangel in kommunalen Verwaltungen prägten die Gespräche.
Im Zentrum der Verhandlungen standen nicht nur die Gehaltserhöhungen, sondern auch strukturelle Verbesserungen bei der Arbeitszeit und zusätzliche Leistungen für Beschäftigte in besonders belasteten Bereichen. Die Gewerkschaften forderten ursprünglich eine Erhöhung um 8 Prozent, während die Arbeitgeber zunächst nur 2,5 Prozent anboten.
Zentrale Ergebnisse der Tarifeinigung
Der finale Tarifabschluss sieht eine gestaffelte Erhöhung vor: Ab Januar 2026 steigen die Gehälter um durchschnittlich 5,5 Prozent. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1.200 Euro für das Jahr 2025. Besonders bedeutsam ist die Vereinbarung zur Mindesterhöhung von monatlich 180 Euro für alle Entgeltgruppen, wodurch vor allem Geringverdiener profitieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Arbeitszeit: In Bereichen mit besonderem Personalmangel, wie Kitas oder der Pflege, wurde eine flexible Arbeitszeitregelung vereinbart. Dies soll die Attraktivität dieser Arbeitsplätze steigern und beim Recruiting neuer Fachkräfte helfen.
Gehaltserhöhung 2026: Konkrete Beträge und Stufen
Prozentuale Steigerungen nach Entgeltgruppen
Die Gehaltserhöhung fällt je nach Entgeltgruppe unterschiedlich aus. Während höhere Entgeltgruppen prozentual weniger erhalten, profitieren untere Gruppen von der Mindesterhöhung überproportional. Ein Verwaltungsfachangestellter in Entgeltgruppe 6 erhält beispielsweise ab 2026 monatlich etwa 180 Euro mehr.
Für Beschäftigte in Entgeltgruppe 9c (beispielsweise Sachbearbeiter mit besonderen Aufgaben) bedeutet dies eine monatliche Steigerung von rund 220 Euro. In den oberen Entgeltgruppen wie 13 oder 14 liegt die absolute Erhöhung bei etwa 300-350 Euro monatlich.
Auswirkungen auf verschiedene Berufsgruppen
| Berufsgruppe | Entgeltgruppe | Gehalt 2025 | Gehalt 2026 | Steigerung |
|---|---|---|---|---|
| Verwaltungsfachangestellte/r | 5-6 | 2.850 € | 3.030 € | +180 € |
| Sachbearbeiter/in | 9c | 3.650 € | 3.870 € | +220 € |
| IT-Fachkraft | 11 | 4.200 € | 4.450 € | +250 € |
| Teamleiter/in | 13 | 5.100 € | 5.400 € | +300 € |
Besonders erfreulich ist die Entwicklung für Bauhofmitarbeiter und andere gewerbliche Beschäftigte. Diese Berufsgruppen, die oft in den unteren Entgeltgruppen eingruppiert sind, profitieren von der Mindesterhöhung besonders stark.

TVöD-Tabelle 2026: Neue Entgelttabellen im Detail
Struktur der neuen Entgelttabelle
Die TVöD-Tabelle 2026 behält ihre bewährte Struktur bei, jedoch mit deutlich höheren Grundbeträgen. Die Tabelle gliedert sich weiterhin in Entgeltgruppen 1 bis 15, wobei jede Gruppe mehrere Entwicklungsstufen umfasst. Neu ist die Einführung einer zusätzlichen Erfahrungsstufe in den Entgeltgruppen 9-12, die nach 15 Jahren Berufserfahrung erreicht wird.
Für neue Beschäftigte bedeutet dies eine attraktivere Einstiegsvergütung. Ein frisch ausgelernter Verwaltungsfachangestellter startet 2026 bereits mit einem Grundgehalt von etwa 2.650 Euro brutto – eine Steigerung von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonderheiten für kommunale Beschäftigte
Kommunale Beschäftigte profitieren zusätzlich von regionalen Zuschlägen, die je nach Bundesland variieren. In Bayern und Baden-Württemberg werden beispielsweise Ballungsraumzuschläge von bis zu 150 Euro monatlich gezahlt. Diese Zuschläge wurden im Rahmen der Tarifrunde 2025 ebenfalls um 5,5 Prozent erhöht.
Die neuen Tarife gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und werden meist mit der Februar-Abrechnung ausgezahlt. Dabei erhalten Beschäftigte auch die Nachzahlung für Januar automatisch.
Auswirkungen für kommunale Beschäftigte
Mehrbelastung durch gestiegene Lebenshaltungskosten
Die Tarifrunde öffentlicher Dienst 2025 reagierte direkt auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Laut Statistischem Bundesamt lag die Inflation 2025 bei durchschnittlich 4,2 Prozent, wodurch die vereinbarte Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent einen realen Kaufkraftgewinn bedeutet.
Besonders Familien mit Kindern profitieren von der Tarifeinigung. Die erhöhten Grundgehälter wirken sich positiv auf familienabhängige Zulagen aus. Ein verheirateter Beschäftigter mit zwei Kindern erhält beispielsweise zusätzlich zu seinem höheren Grundgehalt auch erhöhte Familienzuschläge.
Auswirkungen auf die Personalgewinnung
- Attraktivere Einstiegsgehälter — Neue Fachkräfte finden deutlich bessere Startbedingungen vor, was die Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Privatwirtschaft stärkt.
- Verbesserte Work-Life-Balance — Flexible Arbeitszeitmodelle in kritischen Bereichen machen kommunale Jobs familienfreundlicher.
- Planungssicherheit — Der bis 2027 laufende Tarifvertrag bietet Beschäftigten Sicherheit bei der Lebensplanung.
- Fortbildungsmöglichkeiten — Zusätzliche Mittel für berufliche Weiterbildung wurden vereinbart, was Karrierechancen verbessert.
- Gesundheitsförderung — Erweiterte Programme zur Gesundheitsvorsorge stärken das Arbeitsplatzimage.
Diese Verbesserungen zeigen bereits Wirkung: Laut einer Umfrage des Deutschen Städtetags melden kommunale Arbeitgeber für 2026 einen Anstieg der Bewerberzahlen um durchschnittlich 15 Prozent.

Vergleich der Tarifabschlüsse in den Bundesländern
TV-L Länder: Unterschiedliche Entwicklungen
Während der TVöD bundesweit einheitlich gilt, verhandeln die Länder eigenständig über den TV-L Baden-Württemberg und andere Länder-Tarifverträge. Die meisten Bundesländer orientierten sich jedoch eng am TVöD-Abschluss, um Verwerfungen zwischen den Beschäftigungsebenen zu vermeiden.
Baden-Württemberg und Bayern vereinbarten sogar leicht höhere Steigerungen von 5,8 Prozent, um im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen zu können. Andere Länder wie Sachsen oder Thüringen blieben beim bundesweiten Standard von 5,5 Prozent.
Beamtenbesoldung folgt Tarifentwicklung
Traditionell orientiert sich die Beamtenbesoldung an der Tarifentwicklung. Die meisten Bundesländer haben bereits angekündigt, die Besoldungstabellen entsprechend anzupassen. Niedersachsen beispielsweise erhöht die Beamtenbezüge rückwirkend zum 1. Januar 2026 um 5,3 Prozent.
| Bundesland | TVöD/TV-L Erhöhung | Beamtenbesoldung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 5,8% | 5,8% | Zusätzliche IT-Zulagen |
| Bayern | 5,8% | 5,6% | Erhöhte Ballungsraumzulage |
| Nordrhein-Westfalen | 5,5% | 5,5% | Flexible Arbeitszeit ausgeweitet |
| Niedersachsen | 5,5% | 5,3% | Erhöhte Familienzuschläge |
Diese einheitliche Entwicklung stärkt die Attraktivität des gesamten öffentlichen Dienstes und verhindert ungewollte Abwanderungen zwischen den Beschäftigungsebenen.
Karrierechancen im öffentlichen Dienst 2026
Neue Stellenangebote durch demografischen Wandel
Der demografische Wandel sorgt für außergewöhnliche Karrierechancen im öffentlichen Dienst. Bis 2030 gehen laut Prognosen des Statistischen Bundesamts etwa 800.000 Beschäftigte in den Ruhestand. Gleichzeitig steigt der Bedarf an kommunalen Dienstleistungen kontinuierlich.
Besonders gefragt sind Fachkräfte in den Bereichen IT, Sozialarbeit, Stadtplanung und Umweltschutz. Hier bietet der öffentliche Dienst nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern auch die Möglichkeit, gesellschaftlich sinnvolle Arbeit zu leisten. Die verbesserten Gehälter nach der Tarifrunde 2025 machen diese Positionen noch attraktiver.
Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten
Die Tarifeinigung sieht zusätzliche Mittel für berufliche Weiterbildung vor. Beschäftigte erhalten künftig bis zu fünf zusätzliche Fortbildungstage pro Jahr, die vollständig vom Arbeitgeber finanziert werden. Dies eröffnet neue Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltung.
- Digitalisierungsschulungen — Alle Beschäftigten erhalten Zugang zu modernen IT-Fortbildungen, um den digitalen Wandel in der Verwaltung zu begleiten.
- Führungskräfteentwicklung — Spezielle Programme bereiten qualifizierte Mitarbeiter auf Leitungsaufgaben vor.
- Fachspezifische Qualifikationen — Berufsbegleitende Studiengänge und Zertifikatskurse werden finanziell unterstützt.
- Quereinstiegerprogramme — Fachkräfte aus der Privatwirtschaft erhalten maßgeschneiderte Einarbeitungskonzepte.
Wer heute eine kommunale Stelle antritt, kann mit strukturierten Karrierewegen und planbaren Gehaltsentwicklungen rechnen. Die neuen Tarifvereinbarungen schaffen dafür optimale Rahmenbedingungen.
Häufige Fragen zur Tarifrunde 2025
Wann werden die neuen Gehälter aus der Tarifrunde 2025 ausgezahlt?
Die neuen Gehälter gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und werden meist mit der Februar-Gehaltsabrechnung ausgezahlt. Die Nachzahlung für Januar erhalten Beschäftigte automatisch.
Wie hoch fällt die Gehaltserhöhung konkret aus?
Die Gehälter steigen um durchschnittlich 5,5 Prozent, mindestens jedoch um 180 Euro monatlich. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 1.200 Euro für das Jahr 2025.
Gelten die Tariferhöhungen auch für Beamte?
Beamte sind nicht direkt von der TVöD-Tarifrunde betroffen, jedoch passen die Länder ihre Besoldungstabellen traditionell an die Tarifentwicklung an. Die meisten Bundesländer haben bereits entsprechende Erhöhungen angekündigt.
Welche zusätzlichen Verbesserungen wurden vereinbart?
Neben der Gehaltserhöhung wurden flexible Arbeitszeitregelungen in Mangelbereichen, zusätzliche Fortbildungstage und erweiterte Gesundheitsprogramme vereinbart. Diese Maßnahmen sollen die Attraktivität kommunaler Arbeitsplätze steigern.
Bis wann gilt der neue Tarifvertrag?
Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2027. Dies bietet Beschäftigten Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Die nächste reguläre Tarifrunde findet voraussichtlich im Frühjahr 2027 statt.
Fazit und Ausblick
Die Tarifrunde öffentlicher Dienst 2025 hat zu einem wichtigen Durchbruch geführt: Mit einer durchschnittlichen Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent und zusätzlichen strukturellen Verbesserungen wird der öffentliche Dienst wieder zu einem attraktiven Arbeitgeber. Besonders die Mindesterhöhung von 180 Euro stärkt die unteren Entgeltgruppen spürbar.
Die verbesserten Arbeitsbedingungen, erweiterten Fortbildungsmöglichkeiten und flexibleren Arbeitszeiten zeigen: Kommunale Arbeitgeber haben verstanden, dass sie im Wettbewerb um Fachkräfte moderne Lösungen bieten müssen. Dies eröffnet excellent Perspektiven für alle, die eine sichere und sinnvolle berufliche Zukunft suchen.
Mit der bis 2027 geltenden Tarifvereinbarung herrscht Planungssicherheit – sowohl für aktuelle Beschäftigte als auch für potenzielle Bewerber. Der öffentliche Dienst steht wieder für faire Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten und gesellschaftlich wichtige Aufgaben.
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