Der Verwaltungsfachwirt HVSV ist die anspruchsvollste Fortbildung für Verwaltungsangestellte in Hessen: Die Hessische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie (HVwA) bzw. der Hessische Verwaltungsschulverband (HVSV) bietet diesen Angestelltenlehrgang II an, der Absolventen für Führungs- und Sachbearbeitungsaufgaben im gehobenen Verwaltungsdienst qualifiziert. Über 12.000 kommunale Stellen in Hessen setzen genau diese Qualifikation voraus — und mit einem Bruttogehalt von bis zu 4.500 € monatlich (TVöD EG 10, Stufe 5, Stand 2026) lohnt sich der Aufwand.
- Was ist der HVSV und der Verwaltungsfachwirt?
- Zulassungsvoraussetzungen für den Lehrgang
- Aufbau und Inhalte des Angestelltenlehrgangs II
- Prüfung und Abschluss: Verwaltungsfachwirt werden
- Gehalt und Eingruppierung nach TVöD 2026
- Karrierechancen und Jobperspektiven
- FAQ: Häufige Fragen zum Verwaltungsfachwirt HVSV
- Fazit und nächste Schritte
Was ist der HVSV und der Verwaltungsfachwirt?
Der Hessische Verwaltungsschulverband (HVSV) ist der zentrale Träger der beruflichen Fort- und Weiterbildung für den kommunalen öffentlichen Dienst in Hessen. Der HVSV bezeichnet sich selbst als Kompetenzzentrum für Verwaltungsberufe und organisiert u. a. den Angestelltenlehrgang II (AL II), dessen Abschluss zur Berufsbezeichnung Verwaltungsfachwirt/in führt. Dieser Abschluss ist bundesweit anerkannt und entspricht dem früheren Beschäftigtenlehrgang II (BL II).
Geschichte und Bedeutung des HVSV
Der HVSV wurde gegründet, um kommunale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hessen systematisch weiterzubilden. Mit Bildungszentren in Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt deckt er die gesamte Fläche des Bundeslandes ab. Laut HVSV werden jährlich mehrere tausend Teilnehmende in verschiedenen Lehrgängen qualifiziert — darunter der Angestelltenlehrgang I (AL I) als Einstieg und der Angestelltenlehrgang II als Aufstiegsfortbildung.
Was ist ein Verwaltungsfachwirt genau?
Der Begriff Verwaltungsfachwirt bezeichnet eine staatlich anerkannte Fortbildungsqualifikation im öffentlichen Dienst, die zur eigenverantwortlichen Bearbeitung komplexer Verwaltungsaufgaben befähigt. Absolventen des HVSV-Lehrgangs sind berechtigt, die Berufsbezeichnung „Verwaltungsfachwirt/in" zu tragen, und können in Kommunen, Landkreisen, Zweckverbänden sowie kreisfreien Städten in Hessen tätig sein. Auf praktischkommune.de finden sich zahlreiche Verwaltungsfachwirt Jobs bei kommunalen Arbeitgebern in ganz Deutschland.
Zulassungsvoraussetzungen für den Lehrgang
Zur Teilnahme am Angestelltenlehrgang II des HVSV müssen Bewerberinnen und Bewerber konkrete formale Voraussetzungen erfüllen. In der Regel sind folgende Bedingungen notwendig:
Formale Voraussetzungen im Überblick
- Erfolgreicher Abschluss des Angestelltenlehrgangs I (AL I) oder eine gleichwertige Qualifikation (z. B. Ausbildung zur/zum Verwaltungsfachangestellten)
- Mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung im öffentlichen Dienst nach Abschluss des AL I
- Beschäftigung bei einem HVSV-Mitglied (Kommunen, Landkreise, Zweckverbände, Versorgungsverbände etc.)
- Formelle Zulassung durch den Arbeitgeber (Dienststelle befürwortet die Teilnahme)
- Nachweis über die Eingruppierung mindestens in Entgeltgruppe 6 TVöD
Bewerbungsverfahren beim HVSV
Die Bewerbung erfolgt in der Regel über den Arbeitgeber, der den Antrag beim HVSV stellt. Kommunale Mitarbeitende können sich nicht direkt ohne Arbeitgeberbescheid anmelden. Die Zulassungsentscheidung trifft der HVSV nach Prüfung aller Unterlagen. Wichtig: Die Teilnahme am Lehrgang wird häufig durch den Arbeitgeber finanziell gefördert oder als Sonderurlaub genehmigt — sprechen Sie dies frühzeitig mit Ihrer Personalabteilung ab.

Aufbau und Inhalte des Angestelltenlehrgangs II
Der Angestelltenlehrgang II (AL II) des HVSV dauert in der Regel zwei Jahre und wird berufsbegleitend als Teilzeitmodell oder als Vollzeitlehrgang angeboten. Insgesamt umfasst der Lehrgang mehrere hundert Unterrichtsstunden, die in verschiedenen Fachbereichen organisiert sind.
Kernfächer und Lernbereiche
Der Lehrplan des HVSV-Verwaltungsfachwirts gliedert sich in folgende Lernbereiche:
- Allgemeines Verwaltungsrecht (VwGO, VwVfG, AO)
- Kommunales Recht (HGO, KAG, GKG)
- Haushalts- und Finanzwesen (Doppik, Kameralistik, kommunale Haushaltssatzung)
- Öffentliches Dienstrecht (TVöD, Beamtenrecht, Tarifrecht)
- Sozialrecht (SGB II, SGB VIII, SGB XII)
- Bau- und Planungsrecht (BauGB, BauNVO, Hessische Bauordnung HBO)
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen (Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling)
- Führung und Management (Personalführung, Projektmanagement, Kommunikation)
Lehrgangsmodelle und Lernorte
Der HVSV bietet den AL II an seinen Standorten in Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt an. Das berufsbegleitende Modell findet in der Regel an zwei bis drei Wochentagen statt und ermöglicht die Weiterarbeit im Dienst. Das Vollzeitmodell eignet sich vor allem für Beschäftigte, die vom Arbeitgeber vollständig freigestellt werden. Laut HVSV absolvieren die meisten Teilnehmenden das berufsbegleitende Modell.
Prüfung und Abschluss: Verwaltungsfachwirt werden
Die Abschlussprüfung zum Verwaltungsfachwirt HVSV besteht aus mehreren Teilen und wird vor einem staatlichen Prüfungsausschuss abgelegt. Der Abschluss ist anspruchsvoll, aber mit gezielter Vorbereitung sehr gut erreichbar.
Prüfungsstruktur im Detail
Die Prüfung gliedert sich typischerweise in folgende Bausteine:
- Schriftliche Klausuren in den Pflichtfächern (Verwaltungsrecht, Haushaltsrecht, Kommunalrecht, Sozialrecht, ggf. Wahlpflichtfach)
- Hausarbeit / Projektarbeit: Eine praxisbezogene schriftliche Arbeit zu einem aktuellen Verwaltungsthema
- Mündliche Prüfung: Präsentation der Projektarbeit und fachliches Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss
Schritt-für-Schritt: So bereiten Sie sich optimal vor
- Schritt 1: Lerngruppe bilden — Erfahrungsgemäß profitieren Teilnehmende stark von kollegialem Austausch; feste Lerngruppen erhöhen die Bestehensquote deutlich.
- Schritt 2: Skripte und Unterlagen systematisieren — Legen Sie zu jedem Fach ein strukturiertes Ordnersystem an und pflegen Sie laufend Zusammenfassungen.
- Schritt 3: Alte Prüfungsklausuren üben — Der HVSV stellt teils Musterklausuren zur Verfügung; üben Sie das Bearbeiten unter Zeitdruck.
- Schritt 4: Hausarbeit frühzeitig planen — Thema, Betreuer und Zeitplan sollten spätestens sechs Monate vor der Abgabe feststehen.
- Schritt 5: Präsentation trainieren — Die mündliche Prüfung erfordert Sicherheit im freien Sprechen; üben Sie regelmäßig vor Kolleginnen und Kollegen.

Gehalt und Eingruppierung nach TVöD 2026
Verwaltungsfachwirte werden gemäß TVöD 2026 in der Regel in die Entgeltgruppe 9b oder 10 eingruppiert — je nach Aufgabenbereich und Verantwortung. Das bedeutet ein attraktives Gehaltsniveau mit langfristiger Entwicklungsperspektive.
TVöD-Gehaltstabelle 2026: Verwaltungsfachwirt
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EG 9a | 3.188 € | 3.320 € | 3.526 € | 3.773 € | 3.894 € | 4.000 € |
| EG 9b | 3.391 € | 3.561 € | 3.716 € | 3.914 € | 4.115 € | 4.298 € |
| EG 10 | 3.682 € | 3.866 € | 4.007 € | 4.220 € | 4.459 € | 4.650 € |
| EG 11 | 4.032 € | 4.248 € | 4.445 € | 4.759 € | 5.003 € | 5.245 € |
Alle Angaben gemäß TVöD-VKA Tarifrunde 2026, Bruttogehalt in Euro (Vollzeit, West). Individuelle Abweichungen möglich. Quelle: TVöD 2026.
Eingruppierung in der Praxis
In hessischen Kommunen werden Verwaltungsfachwirte unmittelbar nach bestandener Prüfung häufig in EG 9b TVöD eingruppiert. Übernehmen sie Führungsaufgaben oder leiten eigenverantwortlich ein Sachgebiet, ist die Eingruppierung in EG 10 oder sogar EG 11 möglich. Als Verwaltungsfachwirt/in in einer 50.000-Einwohner-Kommune mit fünf Jahren Berufserfahrung können Sie gemäß TVöD 2026 realistisch mit einem Bruttogehalt von rund 4.000 bis 4.300 € monatlich rechnen. Nutzen Sie unseren TVöD-Gehaltsrechner, um Ihr persönliches Bruttogehalt nach Entgeltgruppe und Stufe zu berechnen.
Vergleich: Verwaltungsfachwirt vs. Privatwirtschaft
| Kriterium | Verwaltungsfachwirt (öff. Dienst) | Vergleichbare Stelle (Privatwirtschaft) |
|---|---|---|
| Bruttogehalt (Ø) | 3.700 – 4.650 € (TVöD EG 9b–10) | 3.200 – 4.200 € (branchenabhängig) |
| Jobsicherheit | Sehr hoch (tariflicher Kündigungsschutz) | Mittel bis hoch |
| Altersvorsorge | ZVK/VBL Zusatzversorgung | Betriebliche AV variabel |
| Urlaub | 30 Tage (TVöD) | 25–30 Tage |
| Homeoffice | Zunehmend möglich | Häufig möglich |
| Aufstiegsperspektive | Klar strukturiert (EG bis A13) | Abhängig von Unternehmen |
Karrierechancen und Jobperspektiven
Laut praktischkommune.de zählen Verwaltungsfachwirte zu den am häufigsten gesuchten Fachkräften im kommunalen Bereich — Stellenangebote finden sich von Frankfurt bis Kassel, in Landkreisen wie dem Main-Kinzig-Kreis oder dem Wetteraukreis. Die Qualifikation öffnet Türen in nahezu alle Bereiche der kommunalen Verwaltung.
Typische Einsatzbereiche nach dem HVSV-Abschluss
- Allgemeine Verwaltung: Sachbearbeitung in Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt, Bürgerservice
- Sozialverwaltung: Jugendamt, Sozialamt, Jobcenter (SGB II, SGB VIII)
- Finanzverwaltung: Kämmerei, Steueramt, Vergabestelle
- Bauverwaltung: Bauordnungsamt, Stadtplanung, Liegenschaften
- Personalwesen: Personalamt, Personalentwicklung, Ausbildungsleitung
- Führungspositionen: Sachgebietsleitung, Abteilungsleitung (EG 11–12 TVöD)
Weiterbildung und Aufstieg nach dem Verwaltungsfachwirt
Wer nach dem Verwaltungsfachwirt HVSV noch weiter aufsteigen möchte, hat mehrere Optionen. Ein berufsbegleitendes Studium (z. B. Bachelor of Arts Public Administration oder Verwaltungswirtschaft) ist an Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung in Hessen möglich. Zudem bietet der HVSV zahlreiche Speziallehrgänge an — etwa in den Bereichen Vergaberecht, Haushaltsrecht oder Führungskompetenz. Für Beamtinnen und Beamte entspricht der Verwaltungsfachwirt-Abschluss funktional der 3. Qualifikationsebene (gehobener Dienst). Entdecken Sie alle Berufe im öffentlichen Dienst und deren Karrierepfade auf praktischkommune.de.
Aktuelle kommunale Stellenangebote für Verwaltungsfachwirte finden Sie tagesaktuell auf praktischkommune.de — von der kreisfreien Stadt bis zum kleinen Landkreis in ganz Hessen und bundesweit.
FAQ: Häufige Fragen zum Verwaltungsfachwirt HVSV
Was ist der Unterschied zwischen HVSV und HVwA?
Der HVSV (Hessischer Verwaltungsschulverband) ist der kommunale Träger der Verwaltungsausbildung in Hessen und richtet sich primär an Mitarbeitende kommunaler Körperschaften. Die HVwA (Hessische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie) war eine frühere Bezeichnung bzw. eigenständige Einrichtung, die mittlerweile organisatorisch eng mit dem HVSV verbunden ist. In der Praxis werden beide Begriffe gelegentlich synonym verwendet; für kommunale Beschäftigte ist der HVSV der zentrale Ansprechpartner.
Wie lange dauert der Angestelltenlehrgang II beim HVSV?
Der Angestelltenlehrgang II (AL II) dauert beim HVSV in der Regel zwei Jahre. Im berufsbegleitenden Modell findet der Unterricht an zwei bis drei Wochentagen statt, im Vollzeitmodell täglich. Die genaue Dauer kann je nach Lehrgangsjahrgang und Modell leicht variieren — aktuelle Informationen erhalten Sie direkt beim HVSV.
In welche Entgeltgruppe werde ich nach dem Verwaltungsfachwirt eingruppiert?
Gemäß TVöD 2026 erfolgt die Eingruppierung nach bestandener Abschlussprüfung typischerweise in Entgeltgruppe 9b, bei Übertragung von Sachgebietsleitungsfunktionen in EG 10 oder EG 11. Die genaue Eingruppierung hängt vom konkreten Aufgabenzuschnitt der Stelle ab und wird durch das Entgeltgruppenverzeichnis der Anlage zum TVöD-VKA bestimmt.
Kann ich den Verwaltungsfachwirt HVSV auch ohne Verwaltungsfachangestellten-Ausbildung machen?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wer den Angestelltenlehrgang I (AL I) erfolgreich abgeschlossen hat, kann auch ohne klassische Verwaltungsfachangestellten-Ausbildung zum AL II zugelassen werden. Auch Quereinsteiger mit gleichwertiger Qualifikation und ausreichender Berufserfahrung im öffentlichen Dienst können unter Umständen zugelassen werden — die endgültige Entscheidung trifft der HVSV nach individueller Prüfung.
Welche Jobchancen habe ich nach dem Verwaltungsfachwirt HVSV in Hessen?
Die Jobchancen sind ausgezeichnet: In Hessen suchen Kommunen, Landkreise und Zweckverbände kontinuierlich nach qualifizierten Verwaltungsfachwirten — insbesondere im Bereich Sozialverwaltung, Bauverwaltung und allgemeine Verwaltung. Laut praktischkommune.de sind Stellen für Verwaltungsfachwirte zu den am häufigsten ausgeschriebenen kommunalen Positionen in Hessen zählende Berufsbilder. Die demografische Entwicklung im öffentlichen Dienst sorgt dafür, dass der Fachkräftebedarf bis mindestens 2030 hoch bleibt.
Fazit: Verwaltungsfachwirt HVSV — Ihr Sprungbrett in die kommunale Karriere
Der Verwaltungsfachwirt HVSV ist die Schlüsselqualifikation für alle, die im kommunalen öffentlichen Dienst in Hessen Verantwortung übernehmen und Karriere machen wollen. Mit einem Bruttogehalt von bis zu 4.650 € monatlich (TVöD EG 10 Stufe 6, Stand 2026), hervorragenden Aufstiegsperspektiven und einem breiten Einsatzspektrum — von der Sozialverwaltung über die Kämmerei bis zur Führungsposition — bietet dieser Abschluss echte Mehrwerte. Die Investition in zwei Jahre Fortbildung zahlt sich langfristig aus: sowohl finanziell als auch in puncto Jobsicherheit und Sinnhaftigkeit der Arbeit. Ob Sie unsicher sind, welcher Karriereweg im öffentlichen Dienst am besten zu Ihnen passt, können Sie mit unserem kostenlosen Berufstest herausfinden.
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